Weit wie das Blut

„Ich stand auf, griff mir das Glas mit Whiskey, das für Claire Gutmann gedacht gewesen war, und trank es aus. Zwei Jahre lang hatte ich nicht mehr an Phil gedacht, und nun kam die Erinnerung über mich, alles auf einmal, mitsamt ihrem Abschluss: Was mich am Ende schließlich gerettet hatte aus meinem damaligen verkorksten und von Schuldgefühlen zerfressenen Leben, war unsere letzte Begegnung gewesen, kurz bevor Cohns Männer ins Dorf kamen, um Hendrichs zu entführen, und der ganze Strudel aus Gewalt, Gegengewalt und Tod in Bewegung gesetzt wurde. Da hatte Phil, nachdem ich ihr meine Vorgeschichte erzählt hatte, mir gesagt, dass ich nicht schuldig sei. Hatte es mir erklärt, eingetrichtert, zu verstehen gegeben: dass es in Ordnung war.
Und von da an war es in Ordnung gewesen, trotz der seltsamen Wendung, die mein Leben und mein Lebensgefühl durch die Zeichnung Henries genommen hatten, trotz des Hauchs der Ewigkeit, der mich anflog, und der existenziellen Melancholie, die sehr viel weniger subtil daherkam – es war in Ordnung, und ich war nicht schuldig, und ich verdankte es ihr.
Und nun saß sie in der Klemme, wenn stimmte, was ihre Mutter sich da zusammengereimt hatte. Weibliche Intuition, wollte ich innerlich raunen, darüber lachen und zur Tagesordnung übergehen, aber ein Teil von mir ahnte, dass die Ereignisse von damals zurückgekehrt worden waren. Wiederhochgespült, um mich zu verfolgen.“

„Weit wie das Blut“ – ein Hardboiled-Mystery-Krimi, Teil 3 der Detective-Trilogie

WwdB

Zwei Jahre sind vergangen seit den Vorfällen im Dorf an der Küste, die das Leben des Erzählers auf den Kopf gestellt haben, als eines Tages Claire Gutmann vor seiner Tür steht: Ihre Tochter Phil sei verschwunden, und der Detektiv der einzige, der ihr helfen könne. Aber spielt sie selbst ein falsches Spiel?
Zugleich sterben die Köpfe des Organisierten Verbrechens in der Stadt plötzlich aus unerklärlichen Ursachen wie die Fliegen, und dann ist da auch noch immer Rudolph Cohn, der eine Rechnung mit dem Dorf und seinem Geheimnis offen hat …
Bevor der Erzähler sich versieht, steckt er auch schon mittendrin in einem Kampf auf Leben und Tod, den am Ende wohl nur eine Seite wird überleben können.

Die direkte Fortsetzung von Fern wie die Zeit — Kenntnis des Vorgängerromans wird nachdrücklich empfohlen!

Ca. 400 Romanseiten, voraussichtlich ca. 100.000 Wörter
Erscheinungsdatum: Sommer 2016

[Cover- und Ebook-Design: Sabine Hoffmann, Berlin.]